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ETH Zurich
Institute for Environmental Decisions (IED)
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CHN J76.2
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Kulturökologie beschäftigt sich mit sozio-kulturell geprägten Mustern von Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt. Die vorliegende kulturökologische Checkliste dient der Problemidentifikation und der Sensibilisierung von Projektmitarbeitern, die sich mit ihrer Hilfe über die Reichweite und die Tiefenwirkungen von Projektaktivitäten ein besseres Bild machen können. Sie gibt Hinweise darauf, welche sozio-kulturellen Dimensionen mit den direkt angegangenen technischen Aktivitäten ebenfalls angesprochen und entsprechend berücksichtigt werden müssen.
Die Verwobenheit einer bestimmten Kultur mit ihrem Naturraum soll als ökologisches Ganzes gesehen werden und diejenigen Aspekte, die im Rahmen von Projekten und Programmen der Entwicklungszusammenarbeit von besonderer Bedeutung sind, bedürfen gesteigerter Aufmerksamkeit. Als kurze Checkliste ist diese öbersicht nicht in der Lage, notwendige Vereinfachungen zu vermeiden, um eine gute Handhabung und deutliche Aussagekraft zu gewährleisten. Sie muss jedoch isolierte Hervorhebungen und Bewertungen vermeiden, um gegenseitigen Abhängigkeiten von naturräumlichen und sozio-kulturellen Gegebenheiten gerecht zu werden und Einzelbetrachtungen im Licht des Ganzen zu sehen.
Methodisch wurde ein Fünf-Schritte-Modell gewählt, um die komplexen Lebensverhältnisse von Gemeinschaften und Gesellschaften in einem ländlichen Raum zu skizzieren. Dabei charakterisiert der erste Schritt das soziale Feld im Projektgebiet, während der zweite Schritt sich besonders mit kulturellen Werten im Projektumfeld befasst. Das naturräumliche Element aus kulturökologischer Perspektive wird durch den dritten Schritt näher betrachtet, um im vierten Schritt zu einer Fokussierung der Betrachtung auf ein bestimmtes Anwendungsgebiet (z.B. der ländlich-forstliche Raum) zu gelangen. Im fünften Schritt findet dann die Zusammenfassung und Einordnung dessen statt, was an Einzelbefunden zur Kenntnis genommen wurde, um in der Betrachtung des Gesamten präzise Aufgaben für einen eventuellen Auftrag an eine(n) SozialwissenschaftlerIn formulieren zu können. Den Abschluss bilden einige grundlegende Hinweise zur Befragungstechnik in Ländern der Dritten Welt.
Es kann nicht die Aufgabe dieser Checkliste sein, die sozialwissenschaftlich ausgebildete Fachkraft zu ersetzen. Die Liste kann eine Hilfe und ein Beitrag sein, den Einsatz von Fachleuten auf der Basis der in ihr erarbeiteten Informationen und anschliessender Auswertung vorzubereiten. In erster Linie soll der im Feld tätige Experte auf die soziale Dimension seines Wirkens im Projekt und Projektumfeld aufmerksam gemacht werden.
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